Geschichte

Die Geschichte der Zeitschrift form

1957 gründen der Direktor der Kasseler Werkkunstschule Jupp Ernst, die Museumsdirektoren Willem Sandberg und Curt Schweicher sowie der ehemalige Bauhäusler Wilhelm Wagenfeld die Zeitschrift form. Der Verleger Friedrich Middelhauve bringt die „Internationale Revue“ – wie der Untertitel der form damals lautet – in seinem Westdeutschen Verlag in Opladen heraus.
form startet damals als breitgefächertes Kulturmagazin: Eine Bleistiftzeichnung Le Corbusiers und das Foto eines Rietveld-Stuhls zieren den Titel der ersten Ausgabe. Das Layout stammt von dem Büro Müller/ Blase, der Grafiker Karl Oskar Blase wird bis 1968 fast alle Cover entwerfen. Die Themen der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift bewegen sich zwischen Kunst, Architektur und industrieller Formgebung. Ballett- und Schallplattenbesprechungen finden sich in form ebenso wie Gedichte und gestalterische Manifeste.

1962 wird der spätere Chefredakteur Karlheinz Krug, ein Absolvent der HfG Ulm, Schriftleiter der Zeitschrift. Das Impressum der form 19 führt ihn erstmals auf. Karlheinz Krug prägt das Heft als Chefredakteur bis Ende 1998 maßgeblich und engagiert sich bis Ende 2001 als Mitherausgeber.

1966 erfolgt eine erste Neuausrichtung der form: Die Ausgabe 33 trägt erstmals den Untertitel „Zeitschrift für Gestaltung“. Ein internationaler Beirat wird vorgestellt, zu dem unter anderem Walter Gropius, Marcel Breuer, Sigfried Giedion, Johannes Itten, Richard Buckminster Fuller und Max Bill gehören. Letzterer formuliert in jenem Heft: „um die prinzipien der gestaltung zu fördern braucht es ein unabhängiges informationsmittel. wir sehen dieses in der zeitschrift form.“

1974 wird der Westdeutsche Verlag, in dem form erscheint, von Bertelsmann gekauft. Aus dem bereits geschnürten Verkaufspaket lösen der Chefredakteur Karlheinz Krug, der form-Grafiker Hanswerner Klein und der Verlagskaufmann Hans Otto Döring die Zeitschrift heraus und führen sie in eigener Regie weiter. Darüber hinaus gründen sie den „Verlag form“.

1994 übernehmen Alex Buck – als Mitherausgeber neben Karlheinz Krug – und Matthias Vogt als Geschäftsführer die Leitung der Zeitschrift. Redaktionsorte sind Düsseldorf und Frankfurt. Am Rhein ist Karlheinz Krug nach wie vor für die form als Chefredakteur aktiv, während am Main der Redakteur Fabian Wurm und der Grafiker Andreas Liedtke bis Ende 1998 Inhalt und Erscheinungsbild des Magazins prägen und mit dem Offenbacher „Büro für Gestaltung“ 1995 einen gestalterischen Relaunch des Heftes realisieren. In den folgenden Jahren entstehen Designer-Monographien und Publikationsreihen wie „Designer Profile“, „Design-Klassiker“ und „form diskurs“.

1997 geht unsere Homepage online. Redaktionell betreut von Petra Schmidt und gestalterisch entwickelt von Mathias Wollin. International renommierte Grafikdesigner wie Stefan Sagmeister, Jonathan Barnbrook, Peter Saville, Gunter Rambow oder Mike Meiré entwerfen die Titel der form.

1999 löst Petra Schmidt den langjährigen Chefredakteur Karlheinz Krug ab und entwickelt mit ihrem Team eine Neuausrichtung der form. Das Relaunch-Heft 170 der „Zeitschrift für Gestaltung“ trägt nun auch den Untertitel „The European Design Magazine“. form erscheint von nun an komplett zweisprachig. Für die Übertragung der Texte ins Englische zeichnet von 1995 bis 2011 Jeremy Gaines verantwortlich.
Die Erscheinungsweise wird von vier auf sechs Hefte pro Jahr erhöht.

2002 übernimmt der Schweizer Birkhäuser Verlag die Zeitschrift form. Birkhäuser ist zu der Zeit Teil von Springer Science and Business Media. Die form-Redaktion wechselt nach Neu-Isenburg Gravenbruch, weiterhin redaktionell geleitet von Petra Schmidt.

2003 Berater der Zeitschrift sind nun Ruedi Baur, Bernhard E. Bürdek, Alois Martin Müller, Chee Pearlman, Dieter Rams, Winfried Scheuer, Erik Spiekermann, John Thackara und Stefan Ytterborn. Gerrit Terstiege, seit 1997 Redaktionsmitglied, wird stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift.

2005 Mit der Relaunch-Ausgabe 206 stellt form als marktführende Designzeitschrift die Weichen neu: Die Designprozesse und Entwicklungsstufen eines Entwurfs stehen nun im Fokus der Berichterstattung. Daher auch der neue Untertitel „The Making of Design“. Das aktualisierte Layout der Zeitschrift stammt von der Frankfurter Agentur hauser lacour, die auch in Kooperation mit meso.net unsere Website komplett überarbeitet hat.

2006 Gerrit Terstiege wird Chefredakteur der form.

2007 zieht die Redaktion von Frankfurt nach Basel um, in die Zentrale des Birkhäuser Verlags.

2010 Der spanische Verlag Actar erwirbt die Bereiche Architektur und Design des Birkhäuser Verlags – und damit auch die form.

2011 Der langjährige Chefredakteur und Herausgeber der form, Karlheinz Krug, stirbt im Alter von 77 Jahren.

2012 Der Schweizer Birkhäuser Verlag, der seit 2002 Eigentümer der Zeitschrift form war, ist Anfang 2012 in Konkurs gegangen. Die Rechte an der Zeitschrift form hat Peter Wesner aus Frankfurt am Main, die Buchverlagsrechte des Birkhäuser Verlages der Verlag Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin, übernommen. Das neue form Redaktionsteam wird nunmehr geleitet von Chefredakteur Stephan Ott (Frankfurt am Main) und Executive Editor Sophie Lovell (Berlin). Die form erscheint jetzt im Verlag form GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main.
 
Die erste Ausgabe der form, 1957.
Die erste Ausgabe der form, 1957.
Jupp Ernst, Curt Schweicher und Willem Sandberg - drei der vier form-Gründer bei einer Ausstellungseröffnung in Kassel, 1962.
Jupp Ernst, Curt Schweicher und Willem Sandberg - drei der vier form-Gründer bei einer Ausstellungseröffnung in Kassel, 1962.
Wilhelm Wagenfeld, viertes Gründungsmitglied.
Wilhelm Wagenfeld, viertes Gründungsmitglied.
Karlheinz Krug, ehem. Chefredakteur und Herausgeber.
Karlheinz Krug, ehem. Chefredakteur und Herausgeber.

 
 
 
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