Aktuelle Ausgabe (249)

form 249 – September/ Oktober 2013

Augmented – Immaterielle Realitäten
Design ist Politik. Das mag keine neue Erkenntnis sein, sie wird uns dieser Tage nur wieder sehr deutlich vor Augen geführt. Die größten Begehrlichkeiten der Geheimdienste wecken nämlich gerade die Unternehmen, die mithilfe des Designs unser Leben beeinflussen. Die Produkte von Apple, Facebook, Google et cetera sind längst Synonyme für die Werkzeuge geworden, die uns unseren Alltag erleichtern: allzeit erreichbar, kontaktfähig und webwissend. Möglich wird dies durch neue Technologien und durch Designer, die um unsere Liebe zur Bequemlichkeit wissen: All-in-one-Geräte, die uns mit erhobenem Daumen permanent zu loben vorgeben und unseren Wissensdurst schnell löschen. Dass wir diese bequeme Erweiterung unserer Alltagserfahrung mit der Preisgabe unserer Daten bezahlen, wissen wir. Dass diese Daten nicht nur etwas über unsere Bequemlichkeit preisgeben, sondern potenziell auch etwas über unsere gesellschaftlichen, intellektuellen, politischen, sozialen und sonstigen Vorlieben, darüber sollten wir uns im Klaren sein.
Dass der Schutz der eigenen Daten und damit der eigenen Persönlichkeit aber offenbar die wenigsten kümmert, mag wiederum der Bequemlichkeit geschuldet sein, aber auch damit zusammenhängen, dass in der digitalen Welt die Distanzlosigkeit vorherrscht und uns dies, anders als in der physischen Welt, wenig stört. Ganz im Gegenteil scheinen Interfaces, interaktive Spiele und Apps sowie die möglichst smarte Verzahnung von physischer und digitaler Welt alle Bedenken in dieser Hinsicht aufzuheben. Grund genug also, den Erweiterungen durch immaterielle Realitäten unseren Schwerpunkt zu widmen. Dennis Paul, Professor für Interaktion und Raum an der HfK Bremen, beschäftigt sich in seinem Beitrag mit dem „Widerhall“ des Digitalen in die physische Welt. Im Interview sprechen wir mit der UdK Professorin und Designforscherin Gesche Joost über ihr Spezialgebiet „Mensch-Maschine-Interaktion“. Und da sie seit Mai 2013 auch dem Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angehört, haben wir mit ihr natürlich auch über den jüngsten NSA-Skandal und über ihre politischen Ambitionen gesprochen. Das Thema Meinungs- und Informationsfreiheit via Darknet hat Simon Ehses in seiner Diplomarbeit „Collective“ bearbeitet. Jonathan Bell geht in seinem Beitrag der Frage nach, ob und wann wir unseren Autos das Steuer überlassen können. Seit geraumer Zeit schon folgt die Funktion nicht mehr der Form, sondern geht ihre eigenen Wege. Unsere Bilderstrecke zeigt eine Reihe zurückbleibender Formen. Digitalexperte Harald Taglinger versucht uns schließlich davon zu überzeugen, dass das beste Interface keines mehr sei, dass wir vielmehr alle vom Wunsch erfüllt seien, „das Holodeck einzuführen“.

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Weitere Themen
2D3D4D: Benjamin Hubert, Floris Wubben, Sou Fujimoto, IFA Preview u. a. +++ Carte Blanche / Poster: :output award 16 / gestaltet von den diesjährigen Grand Prix-Preisträgern des Wettbewerbs +++ On Show: Basel im Juni / Spiel der Throne +++ Books: Michael Erlhoff: Theorie des Designs, Branding Terror, RUGABU, BFF-Magazin, Design Incubator: A Prototype for New Design Practice, Gerahmter Diskurs – Gesellschaftsbilder im Independent-Comic, Alltagsorte in der Stadtregion – Atlas experimenteller Kartographie, Conditional Design Workbook, Reprobus, Intuition 

 
 

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